Warum Influencer im Marketing so gut funktionieren

Warum haben Influencer plötzlich so viel Einfluss? Was unterscheidet sie von anderen Markenbotschaftern? Und warum funktionieren sie so gut im Internet? eastside hat näher hingeschaut und die fünf wichtigsten Bedürfnisse heutiger User herausgearbeitet.

Ohne Anerkennung wird jeder Influencer bald seine Motivation verlieren. Foto: unsplash.com
  1. Anerkennung. Soziale Anerkennung wirkt wie eine Droge. Bloggen und soziale Netzwerke pflegen ist ein echter Fulltime-Job. Auch wenn es wirkt wie nebenbei gemacht, das Leben dort ist hart inszeniert und dafür will man Anerkennung. Der Lohn der Anstrengung sind Likes, Follower und Kommentare – der Applaus der Internetgemeinde. Ohne ihn verliert jeder Blogger bald seine Motivation.
  2. Orientierung und Meinungsbildung. Das Internet mit all seinen Facetten ist ein extrem komplexer Kosmos, der nicht leicht zu durchschauen ist. User im Netz sind dort oft verloren, sie fühlen sich unsicher und sind dankbar für jede Orientierungshilfe, die ihnen Gleichgesinnte mit auf den Weg geben. Influencer haben in diesem Dschungel als Meinungsbildner Leuchtturmfunktion.
  3. Zugehörigkeitsgefühl. Jedem Töpfchen sein Deckelchen. Jede noch so kleine wie individuelle Interessensgruppe kann sich im Netz formieren und ihre Fans finden. Egal wie ausgefallen, es kann sich jeder nahezu ungestört individuell entfalten. Doch bei aller Individualität, am Ende des Tages will jeder irgendwo dazugehören, will mit Gleichgesinnten ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln. Influencer bedienen dieses Zusammengehörigkeitsgefühl wie kaum ein anderer.
  4. Authentizität. Aus Fehlern wird man klug, heißt es. Doch wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Menschen an ihren Erfolgen gemessen und für ihre Niederlagen verurteilt werden. Um aus Rückschlägen lernen zu können muss man lernen damit umzugehen. Doch wer Fehler macht ist nicht zwangsläufig gescheitert, er ist vor allem auch authentisch, menschlich und dadurch auch sympathisch. Das Netz honoriert das Unperfekte nahezu perfekt.
  5. Identitätssuche. Die Digitalisierung hat ein Paralleluniversum im Netz entstehen lassen, in dem man in komplett andere Identitäten schlüpfen kann. Das heißt aber auch, dass man viele Dinge nur noch virtuell erlebt. Doch das spaltet und entfremdet mehr als man glaubt. Im Gegenzug begeben sich die Menschen auf die Suche nach einer (ihrer) Identität und gehen völlig in dieser Rolle auf.

Influencer bedienen die beschriebenen fünf Bedürfnisse auf ideale Art und Weise. Sie sind authentisch für ihre Zielgruppen, weil sie sich deren Lebensgefühl exakt treffen und deren Sprache sprechen. Sie sind nicht nur via Internet ständig erreichbare Identifikationsfiguren auf Augenhöhe, sondern sie haben mindestens den gleichen Einfluss wie Freunde oder Bekannte. Das unterscheidet Influencer auch stark von echten Celebrities, die ihren Auftritt zwar auch perfekt in Szene setzen, aber eben nicht greifbar sind. Dazu kommt, dass es bei Influencern zum guten Ton gehört mit den Followern im Dialog zu sein. Ein harter Job, wie schon einige haben feststellen müssen. Doch die soziale Anerkennung ist der Antrieb für ihr Schaffen und die Community honoriert es indem sie ihren Vorbildern nacheifert.

 

Der lange Weg nach oben. Foto: unsplash.com/Alice Donovan

Titelfoto: unsplash.com/Carl Heyerdahl

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